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Freiwilliges Soziales Jahr - Sandra Mros

 

Ein Jahr. 365 Tage.
Sandra Mros "Ewig!", dachte ich anfangs.
Doch trotz der vielen Erlebnisse und Eindrücke: die Monate in Bad Köstritz vergingen wie im Flug.

 

Manche erinnern sich vielleicht noch an mein Gesicht. Ich bin Sandra Mros und habe von September 2009 bis August 2010 mein "freiwilliges kulturelles Jahr" im Heinrich-Schütz-Haus absolviert.

 

Zugegebenermaßen, anfangs konnte ich mir Spannenderes vorstellen, als in einem kleinen Thüringer Nest in einem noch kleineren Museum zu arbeiten.
Bis ich schließlich in Bad Köstritz gelandet war, galt es ja auch so manche Stolperfalle zu überwinden: ein missglücktes Bewerbungsgespräch in Eisenach, eine Email vom Schütz-Haus, die in meinem Spamordner gelandet war und mir erst Tage später auffiel. Geklappt hat es am Ende trotzdem. Nachdem ich mich an einem Sonntagnachmittag vorgestellt hatte, ging alles sehr schnell. Die Zusage flatterte ins Haus und auch eine Wohnung war bereits gefunden.

 

Ende August zog ich mit Sack und Pack um. Von jetzt an galt es, alles alleine zu regeln. Kühlschrank füllen, Bude aufräumen, Wäsche waschen (und das ohne Waschmaschine!).
Doch meine größte Sorge war, so weit weg von Familie und Freunden keine Kontakte knüpfen zu können. Geboren und aufgewachsen bin ich nämlich in Schwäbisch Hall, ein hübsches Städtchen in Baden-Württemberg.

 

Der erste Tag im Schütz-Haus ist mir im Gedächtnis hängen geblieben. Um neun Uhr sollte ich da sein. Nach erstem gegenseitigem Beschnuppern während des Frühstücks wurde ich durchs Haus geführt. Brandschutzmaßnahmen, Kassendienst, Besucherbetreuung, Museumsshop… Noch viele Male musste ich nachfragen.

 

Bald darauf ging es schon in die "heiße Phase des Jahres". Dahlienfest, Wochenende der Barockmusik und die Schütz-Tage, alles kurz hintereinander.

 

Im Laufe der Zeit wurde so manche Sonderausstellung erarbeitet. Besonders muss ich da an "die mit den Engelchen" denken.
Bei unseren Besuchern kam sie sehr gut an. Doch die Figuren mussten auch abgeholt, ausgepackt, nummeriert, platziert und schließlich wieder in die richtigen Kisten verpackt werden.
Hier waren Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt!
Die museumspädagogischen Aufgaben im Haus fand ich immer am schönsten.
Ob Laternenbasteln, "Musizieren kann jeder" oder "meine" Ferienaktion im Juli, die Arbeit mit Kindern hat mir besonders viel Spaß gemacht.
Deswegen glaube ich auch, dass das Studium der "Sozialen Arbeit" in Jena das richtige für mich ist – vielleicht lässt es sich ja auf irgendeine Weise mit der Kultur verbinden.

 

Ein Jahr. 365 Tage.
So schnell sind sie verstrichen!
Jetzt gilt es, ein Resümee zu ziehen.
Von zu Hause weg gehen, mein eigener Herr sein, selbst den Haushalt schmeißen. Das hat mich reifer werden lassen.
Arbeiten statt Schule, mit Kollegen und Besuchern umgehen, auch diese Umstellung meisterte ich mit der Zeit ganz gut.
Doch am bedeutsamsten sind die Menschen, die ich während meines "kulturellen Jahres" kennen lernen durfte. Andere Freiwillige, die sich über die Monate zu echten Freunden gemausert haben, aber auch der tolle "Weiberhaufen" im Heinrich-Schütz-Haus!
Heute bin ich froh darüber, dass ich "in einem kleinen Thüringer Nest in einem noch kleineren Museum" gelandet bin.

 

Ich denke gerne an so manch lustige Mittagspause zurück, in der es nicht nur um "Geschäftliches" ging. Auch bei privaten Problemchen haben meine Kolleginnen mir gerne weiter geholfen und mich nicht im Stich gelassen.
Gerade wegen dieser guten Chemie im Heinrich-Schütz-Haus freue ich mich, dass ich hier auch weiterhin als Kassenkraft arbeiten darf und der Kontakt nicht abreißt.