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Pressespiegel 2002

 

Thüringer Landeszeitung schrieb am 22.11.2002

Schütz beim Karneval

Liebig-Bildchen spiegeln Leben des Komponisten wider

Bad Köstritz. (ddp/tlz) Mit einer ungewöhnlichen Ausstellung will das Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz ab Samstag Besucher anziehen. Die Schau „Bildung und Bildchen - Heinrich Schütz, die Musik und das Liebig-Bild“ vereint Sammelbilder, die ab 1872 zum damals bekannten Liebig-Fleischextrakt ausgegeben wurden.

Ein Fest der Farben und der Bilder, die ganz nebenbei Bildung und Wissen vermitteln, verspricht die Direktorin der Forschungs- und Gedenkstätte, Friederike Böcher. Die Bilder seien zeitweise berühmter gewesen als das Produkt, das sie begleiteten. Insbesondere die frühen Abbildungen, die ausgesprochen aufwändig im Chromolithografieverfahren gedruckt wurden, seien äußerst brillant in den Farben. Auf den Serien, zu denen jeweils sechs Bildchen gehörten, wurde kaum ein Thema ausgespart Das Spektrum reicht von Musik und Geschichte, über Literatur bis zu Geographie und Biologie. Viele der zum Teil bestimmte Länder thematisierende Serien ranken sich um Musik, widmen sich Opern, zeigen Musikinstrumente, Tänze und musikalische Szenen, dokumentieren Biografien von Komponisten und Virtuosen. Auch alle großen Opernhäuser der Welt, von der Met in New York und der Mailänder Scala über die Opern in Brüssel und Paris bis zum Bayreuther Festspielhügel, sind zu besichtigen. Im Mittelpunkt der Bad Köstritzer Ausstellung steht natürlich der Komponist Heinrich Schütz (1585-1672). Mit den kleinen Grafiken wird dessen Leben nachgezeichnet. Die Besucher können mit ihm auf Reisen gehen, den Karneval in Venedig mit seinen tollen Masken erleben, bei der Wahl des Dogen zu Gast sein, die Prozession anlässlich dessen Hochzeit erleben, betrübt auf die Ereignisse des 30-jährigen Krieges schauen und berühmte Zeitgenossen von Schütz kennen lernen.



Ostthüringer Zeitung schrieb am 19.11.2002

Welt der Bilder unserer Urgroßeltern

Bad Köstritz (OTZ). In der Schütz-Haus-Galerie wird am Sonnabend, 23. 11., um 15.30 Uhr eine Ausstellung unter dem Motto „Bildung und Bildchen - Heinrich Schütz, die Musik und das Liebig-Bild“ eröffnet. Im Mittelpunkt der Schau stehen die Sammelbilder, die ab 1872 als Beigabe zum bekannten Fleischextrakt ausgegeben wurden. Auf den 6-er Bildserien ist kaum ein Thema ausgespart: Musik, Geschichte, Literatur, Geographie, Biologie u.s.w.
Mit den Liebig-Bildern wird das Leben von Heinrich Schütz nachgezeichnet. Mit ihm wird der Karneval in Venedig erlebt, wird die Prozession anlässlich der Hochzeit des Dogen mit dem Meer verfolgt, ebenso die Ereignisse des dreißigjährigen Krieges, lernen die Besucher berühmte Zeitgenossen des Komponisten kennen. Die Ausstellung verspricht ein Fest der Farben und der Bilder zu werden, die noch nebenbei Bildung und Wissen vermittelt. Dafür wurden diese Bilder auch geschaffen, die zeitweise berühmter waren als das Fleischextrakt selbst.


„Willkommen in Thüringen“ Ausgabe 2002/2003

Entdeckungen & Musikerlebnisse mit Schütz

Schütz-Akademie Bad Köstritz pflegt das Erbe mitteldeutscher Barockmusik

Nicht ganz uneigennützig erweiterte die Direktorin des Heinrich-Schütz-Hauses zur Wahl der Dahlienkönigin im Palais der Stadt der drei B“ den Spruch von Bad, Bier und Blumen um Barockmusik. Hier wirkt die Schütz-Akademie e. V.; der umtriebige Förderkreis für ein Museum, das den einen Gedenkstätte, anderen eher zeitgeschichtliche Instrumentenschau oder Anlaufpunkt für stilvolle Veranstaltungen ist.

Am 8.10.1585 jedenfalls wurde Heinrich als zweites Kind von Christoph und Euphrosine Schütz in der Oberen Schenke von Köstritz geboren. Den größten Sohn der Elsterstadt sahen seine fürstliche Dienstherren in Zeiten um den 30jährigen Krieg nicht nur als ihren Hofkapellmeister, sondern als höchste deutsche Musikinstanz. Mit seiner „Geistlichen Chormusik“ zeigte sich der bedeutendste deutsche Komponist vor Johann Sebastian Bach als Tonschöpfer an der Grenze zwischen alter und neuer Musik. In der Forschungs- und Gedenkstätte öffnete nach ihrer Sanierung in sechs Räumen eine neue Dauerausstellung zu Leben, Werk und historischem Umfeld. Inzwischen feiert man über Landesgrenzen hinaus alljährlich Ende September / Anfang Oktober zwischen Bad Köstritz, Weißenfels und Dresden Mitteldeutsche Heinrich-Schütz-Tage. In der Erbepflege versuchen Schütz-Bewahrer erlebnisreiche und entdeckerfreundliche Wege: Das Haus lädt zum gewöhnlichen Rundgang ein. Spannender aber sind zum Beispiel Projekttage. Unterricht im Museum gibt es unter anderem zu „Schütz-Musik und das Kirchenjahr“. Bis auf Ausnahmen komponierte der sein riesiges Gesamtwerk auf Texte der Luther-Bibel, gleich einer Predigt in Musik. Oft steht die andere Art einer Werkeinführung im Vordergrund. Man muss nicht Noten lesen können. Schon Satzmelodie und Sprechrhythmus helfen. Weiter gehen dann Seminare und Kurzkurse der Schütz-Akademie. Ende Februar laufen die zur „Europäischen Vokalmusik um 1600“. Für Ende September steht üblicherweise „Deutsche und Italienische Musik der Hofkapellen und Kantoreien des 16./17. Jahrhunderts“ im Programm. Teilnehmer sind Sänger und fortgeschrittene Instrumentalisten auf Posaunen alter Mensur, Truhenorgel oder Violine.

Im Herbst bietet sich eine außergewöhnliche Weiterbildungschance beim „Wochenende der Barockoper“. Zuletzt wurden da in Geras Theater und Crossen Werke Händels und Hasses aufgeführt. Anfang Dezember heißt es: „.. zu singen und zu spielen auf allerley Instrumenten“. Sänger und Spieler von Renaissance-Instrumenten, kommen über's lange Wochenende zum Advent- und Weihnachtssingen. Freude am gemeinsamen Musizieren aus alten Notenbüchern wollen sie; seien die Instrumente auch ungewöhnlich: Blockflöte, Gemshörner, Viola da Gamba. Es ist ein Haus voller Klänge; mit einspielbaren Tonträgern wie mit handgemachter Musik. Monatlich proben samstags zum Beispiel die „Köstritzer Spielleute“ und spielen auch zu Konzerten auf. Zur lieben Gewohnheit wurden am 1. 1. die musikalischen Begrüßung des neuen Musikjahres, Konzerte am Oster- und Pfingstmontag; offenes Singen vor dem 1. Advent und Konzerte am 2. Weihnachtsfeiertag.



Elstertalbote Nr. 11 schrieb am 15.11.2002

Mitteldeutsche Heinrich-Schütz-Tage 2002

Auf abwechslungsreiche und aufregende Mitteldeutsche Heinrich-Schütz-Tage blicken die MitarbeiterInnen des Heinrich-Schütz-Hauses zurück: Das Kolloquium zu den Nationalstilen des 17. JH führte Musikwissenschaftler aus Nah und Fern nach Bad Köstritz. Konzerte mit dem in Bad Köstritz bestens bekannten Rosenmüller Ensemble im Palaissaal, dem convoce.coeln Ensemble - ebenfalls in der „guten Stube“ - oder dem Cembalo-Abend im Heinrich-Schütz-Haus bei Kerzenschein mit Markus Märkl zogen viele Besucher in die Geburtsstadt von Heinrich Schütz.

Herausragendstes Ereignis war natürlich das Konzert unserer französischen Gäste: Das Ensemble Jaques Moderne aus Tours war zum ersten Mal zum Konzert in Deutschland und alle Sänger freuten sich sehr auf ihren Auftritt. Kontakte zu diesem Ensemble konnten wir auf der größten europäischen Musikmesse in Paris knüpfen, auf der das Heinrich-Schütz-Haus seit einigen Jahren am Stand der Mitteldeutschen Barockmusik vertreten ist. Zunächst hörten wir französische Musik von Claude Le Jeune, einem Komponisten aus der Zeit unmittelbar vor Heinrich Schütz, Werke in bester niederländischer Tradition waren hier zu hören. Und dann nach einer kurzen Pause standen Motetten aus der „Geistlichen Chormusik“ unseres Hausherren auf dem Programm. Unsere französischen Gäste hatten ein wenig Angst vor ihrem Auftritt in Deutschland. Deutsch zu singen vor Deutschen in Kompositionen wo der Text im Mittelpunkt steht und unbedingt verstanden werden soll, da hatten die Franzosen ihre Bedenken. Aber welch ein Genuss für uns: Mit welcher Begeisterung, innerer Anteilnahme und absolut verständlicher, ja geradezu vorbildlicher Aussprache hier Schütz gesungen wurde, zog alle Besucher in den Bann. Ein Besucher meinte nach dem Konzert, er hätte ja schon wirklich viele Chöre gehört und würde auch immer wieder zu den unterschiedlichsten Chorkonzerten fahren, aber dieses französische Ensemble würde alle in den Schatten stellen! Es war das Ereignis unserer diesjährigen Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage!

Viele Köstritzer waren auch in diesem Jahr wieder an den Festtagen beteiligt: Den mittlerweile schon traditionellen Gottesdienst gestalteten musikalisch das Ensemble carmina unter der Leitung von Thomas Pammler, die Köstritzer Spielleute unter der Leitung von Ilse Baltzer steuerten noch einige Motetten bei. Die kleinen Köstritzer warteten auf den 8. Oktober, als ihre selbstgebastelten Laternen ausgestellt waren und sie anschließend mit Musik und teilweise in Kostümen durch das abendliche Köstritz marschieren durften. Ein langer Zug setzte sich gegen 18.30 Uhr vom Heinrich-Schütz-Haus aus in Bewegung angeführt von der Köstritzer Dahlienkönigin Peggy I. und unserem amtierenden Bürgerrneister Dietrich Heiland. Zu den Schütz-Tagen hatte auch unsere neue Sammelflasche Premiere: Gerlinde Böhnisch-Metzmacher aus Jena hatte das Etikett entworfen, das in diesem Jahr fast eine Geschichte erzählt: Der Esel, Hauszeichen des Weißenfelser Gasthofes „Zum Schützen“ und Emblem unseres Fördervereins, spielt Dudelsack und schaut mit einem begehrlichen und sehnsüchtigen Blick auf die vor ihm stehende Bierflasche. Hat er sie dann schließlich ausgetrunken, macht er sich aus dem Staub!

Der Schwarzbierbrauerei sei an dieser Stelle nochmals für die „Flaschen-Spende“ und der Jenaer Grafikerin für den Entwurf gedankt!

Am Schluss bleibt mir nur noch, den Dank an alle Beteiligten auszusprechen: An die Stadt Bad Köstritz und die Kirchengemeinde, dass sie uns die Räume für die Konzert zur Verfügung stellten, an das Hotel „Goldner Loewe“ für seine aufmerksame Betreuung aller Gäste, an die Feuerwehr, dass sie unseren Festumzug betreute, sowie an alle beteiligten Musikern und Ensembles für die Musik und an unsere Referenten für interessante Beiträge und angeregte Diskussion Auch den Bastel-Kinder ein Dankeschön für ihre Laternen und den Besuchern unserer Veranstaltungen - und nicht zuletzt mein herzlicher Dank, in die Mitarbeiterinnen des Heinrich-Schütz-Hauses die mit unermüdlichem Einsatz und Engagement alles erst ermöglichten! Bis zu den nächsten Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tagen 2003!


Friederike Böcher


Ostthüringer Zeitung schrieb am 31.10.2002

Faszinierend farbige Vielfalt in einer neuen Ausstellung

„Bildung und Bildchen - Schütz, die Musik und das Liebig-Bild“

„Noch nie hatten wir so viele Veranstaltungen wie in diesem Jahr“, sagt Friederike Böcher, die Direktorin des Bad Köstritzer Heinrich-Schütz-Hauses. Mit Konzerten, Kolloquien und Ausstellungen und den kürzlich zu Ende gegangenen 5. Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tagen war ein wahres Mammutprogramm zu bewältigen. Weitere Kurse, das Quellenkolloquium und Konzerte stehen noch bis Jahresende auf dem Plan.

Besonderer Höhepunkt wird die Eröffnung einer Ausstellung am 23. November sein. Und schon der Titel macht neugierig: „Bildung und Bildchen Heinrich Schütz, die Musik und das Liebig-Bild“. Friederike Böcher wird in der Treppenhausgalerie einen ausgewählten Teil ihrer Privatsammlung zeigen: Sammelbilder, herausgegeben von Liebig-Fleischextrakt von 1872 bis in die 40-er Jahre. Ganz erstaunlich ist die thematische Bandbreite der Serien und geradezu brillant der Druck, ist Friederike Böcher immer wieder aufs Neue fasziniert von den bis kurz nach 1900 noch als Chromolithografie gedruckten Bildern. „In einer Zeit ohne Fernsehen, ohne Illustrierte war das eine ganz große Sache“, sagt sie. Und lehrreich waren die bunten Bilderserien auch, wurden doch nahezu alle Themen behandelt aus Geschichte, Kunst, Geographie, Musik und dem Alltag. „Es sind viele Serien dabei, die gut zu Heinrich Schütz passen“, sagt Friederike Böcher. Für die Ausstellung wurden rein musikalische Themen ausgewählt. In den dicken Alben ihrer Sammlung, für die vor 20 Jahren auf einem Trödelmarkt erstandene Liebig-Bilder den Grundstein legten, ist die Schütz-Haus-Direktorin fündig geworden. Die Aufgabe von Museumsmitarbeiterin Tanja Henniger ist es, nun „das Konzept in Rahmen zu bringen“.

S.B.


Ostthüringer Zeitung schrieb am 31.10.2002

Historischer Tanz und Musik im Kurs für Lehrer

Weiterbildungsangebot des Schütz-Hauses

„Playford für die Schule - Historischer Tanz und Musik“ - das ist ein neues Weiterbildungsangebot der Bad Köstritzer Schütz-Akademie e. V. für Lehrer und Musikinteressierte. Der Kurs findet am 2. Dezember von 9.30 bis 16.30 Uhr in der Kleinen Galerie „gucke“ in Bad Köstritz statt.

John Playford (1623-1686), Musikverleger in London, gab 1651 eine Sammlung von 105 Englischen Country Dances heraus. Tänze, die schon lange zuvor sowohl am Hof der Königin als auch bei Volk sehr beliebt waren. Die Dozentinnen Frauke Frey (Tanz) und Ilse Baltzer (Musik), beide studierte Musikwissenschaftlerinnen, werden den Kursteilnehmern eine Einführung in Schrittfolgen, Tanzelemente und Musik geben, wobei aber die praktische Umsetzung im Mittelpunkt des Kurses stehen soll. Getanzt werden Rounds, Squares an Longways und die Kursteilnehmer sollen sich später auch Playford-Tänze selbst erarbeiten können.

Aber auch das Lesen der Tanzschrift soll vermittelt werden, so Schütz-Haus-Direktorin Friederike Böcher. Und es sind Instrumentalisten möglichst mit einem Melodieinstrument als Kursteilnehmer gefragt.

Die Playford-Tänze, „Renner aus dem 17. Jahrhundert“, seien gut in der Schule mit Kindern umzusetzen, so Frau Böcher. Wobei sich das Kursangebot keineswegs nur an Musiklehrer, sondern Lehrer aller Schulformen und andere Musikinteressierte richtet. Der Kurs ist übrigens vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien (Thillm) als Weiterbildung an erkannt.

S.B.


Ostthüringer Zeitung schrieb am 31.10.2002

4. Sammelflasche mit Esel-Motiv

Die 4. Köstritzer Sammelflasche ist anlässlich der diesjährigen Schütz-Tage in limitierter Auflage „auf den Markt“ gekommen. 500 dieser mit Schwarzbier gefüllten Exemplare hat die Köstritzer Schwarzbierbrauerei gesponsert. Das originelle Etikett mit dem Dudelsack spielenden Esel entwarf Gerlinde Böhnisch Metzmacher aus Jena, die letztes Jahr im Schütz-Haus ausgestellt und auch das Vereinslogo entworfen hat.


Ostthüringer Zeitung schrieb am 09.10.2002

Schönstes Licht

Die 5. Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage in Bad Köstritz sind Geschichte. Und Schütz-Haus-Direktorin Friederike Böcher kommt aus dem Schwärmen nicht heraus: Ein Mammutprogramm wurde mit dem Kolloquium bewältigt. Alle Konzerte waren gut besucht. Es kamen viele nette Gäste, manche blieben sogar während der gesamten Schütz-Tage. Es war einfach toll, so Friederike Böcher, und das Konzert am Sonntag mit dem französischen Ensemble Jaques Moderne war am Ende wohl das herausragende Ereignis. Für die jüngsten Köstritzer gab es gestern Abend aber mit dem traditionellen Festumzug am Geburtstag des berühmten Sohnes der Stadt - Heinrich Schütz wurde vor 417 Jahren hier geboren - noch einen besonderen Höhepunkt. Mit ihren selbst gebastelten Laternen huldigten sie Schütz, dem Lumen Germaniae, dem Licht Deutschlands. Seit Ende der 80er Jahre ist das ein schöner Brauch. Rund 60 Kinder aus dem Kindergarten und der Grundschule haben ihrer Phantasie freien Lauf gelassen und so entstanden farbenfrohe Kreationen von einer großen gelben Sonne über Laternen mit Motiven wie Gespenster, Gummibärchen oder lila Kühe bis hin zu solchen, die das Schützhaus selbst oder den Esel als Logo des Vereins zeigten. Nicht leicht, da die schönste Laterne auszuwählen, wie es Brauch ist. Für die von Anne-Sophie Panzer, Franziska Kurth und Josephine Förster entschied sich am Ende die Jury. Und da gab es neben leuchtenden Laternen auch noch strahlende Gesichter.


Thüringer Landeszeitung schrieb am 08.10.2002

Schütz-Tage: Schönste Laterne und Umzug zum 417. Geburtstag

Bad Köstritz (tlz). Mit dem traditionellen Festumzug am 417. Geburtstag des Komponisten enden heute die 5. Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage.

Ab 10 Uhr können im Geburtshaus des Komponisten die in den letzten Wochen entstandenen Laternen bewundert werden. Dabei wird auch die schönste ausgewählt. Im Kindergarten, in der Schule und im Museum sind Laternen gebastelt worden, die am Abend beim großen Festumzug dem Lumen Germaniae - dem Licht Deutschlands - mit ihren Strahlen huldigen möchten. Um 19.30 Uhr wird sich der festliche Zug mit vielen bunten Kostümen und Musik am Heinrich-Schütz-Haus in Bewegung setzen. Musik gibt es zunächst vor dem Geburtshaus, am Kirchberg und vor dem Schütz-Denkmal. Durch die abendlichen Gassen der Stadt führt der Zug vorbei am Sturm-Denkmal, an der „gucke“, durch die Berggasse vorbei am Haus von Georg Anton Benda.

Um 19.30 Uhr stellt im Festsaal des Palais das Ensemble convoce.coeln eine „Italienerin in Paris“ vor. Gemeint ist Antonia Bembo, „das singende Mädchen“. Maria Jonas, Mezzosopran, hat es immer wieder verstanden, vergessene Komponistinnen und ihre Kompositionen aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.



Ostthüringer Zeitung schrieb am 08.10.2002

Festumzug und Konzert

Zum Abschluss der 5. Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage wird heute in Bad Köstritz der 417. Geburtstag des großen Komponisten gefeiert. Ab 10 Uhr sind im Heinrich-Schütz-Haus die in den letzten Wochen entstandenen Laternen zu bewundern, die im Kindergarten, in der Schule und auch im Museum gebastelt wurden. Mit ihnen wird am Abend beim großen Festumzug dem Komponisten gehuldigt. Um 18.30 Uhr wird sich der festliche Zug mit vielen bunten Kostümen und Musik am Schütz-Haus in Bewegung setzen und durch die abendlichen Gassen der Stadt führen. Um 19.30 Uhr stellt das Ensemble convoce.coeln im Festsaal Musik der Komponistinnen Antonia Bembo und Elisatbet Claude Jaquet de la Guerre vor.


Ostthüringer Zeitung schrieb am 07.10.2002

Cembalomusik aus Frankreich

Bad Köstritz (OTZ). Ein Cembalokonzert „Vom guten Geschmack“ steht heute Abend um 19.30 Uhr im Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz im Rahmen der 5. Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage auf dem Programm.

Markus Märkl, der schon häufig als Continuospieler mit unterschiedlichen Ensembles und als Dozent der Herbstkurse zu Gast war, wird französische Orgelmusik zu Gehör bringen. Vorbildhaft wirkte diese im 17. Jahrhundert und war ein „Exportschlager“. Ludwig XIV. hatte die Musik und insbesondere den Tanz zum festen Bestandteil des französischen Hofes gemacht. Heute geht es um Cembaloklänge von Johann Jakob Froberger, Louis Couperin, Jean-Henry d'Anglebert und Georg Muffat.



Thüringer Landeszeitung schrieb am 05.10.2002

Vom Palast in die Wohnstube

Musik von Schützens Zeitgenossen - von Hans-Jürgen Thiers

Bad Köstritz. (tlz) Heinrich Schütz war 1628/29 wieder nach Venedig gereist. 17 Jahre waren seit seinem ersten Aufenthalt und seinen Studien bei Gabrieli vergangen, jetzt traf er auf grundsätzlich veränderte musikalische Praxis. Vorbei war die Zeit des Stile representativo mit den vielchörigen, vielstimmigen Motetten. Begonnen hatte das Generalbass-Zeitalter mit variierten Strophenliedern für wenige Stimmen oder gar die Zeit des schlichten Schäferliedes: Die Musik hatte sich aus der Öffentlichkeit von Kirche und Palast in die Geborgenheit der bürgerlichen Wohnung zurückgezogen.

An diesen Wandel sollte zu Beginn der 5. Mitteldeutschen Schütz-Tage für Thüringen erinnert werden, das Programm im Festsaal des reußischen Palais in Bad Köstritz war jenen Meistern gewidmet, denen Schütz persönlich begegnete, mit deren Werk er aber in jedem Fall in Berührung gekommen sein dürfte.

Claudio Monteverdi ist der bekannteste unter ihnen und Alessandro Grandi neben Giovanni Rovetta und Fraucesco Turini wahrscheinlich der wichtigste.

Er verzichtet schon mal auf die harmonische Stütze durch das Cembalo und scheint überhaupt in Fragen der Harmonie den zukunftsweisendsten Standpunkt vertreten zu haben. Das Ensemble I Filomusi mit Musikern aus Berlin und Heidelberg setzte sich für die fast 400-jährige Musik ein, der eine kompositorische Ausgestaltung im Sinne späterer Genremalerei bereits damals zu eigen war.

Joachim Steinheuer, durch prägnante einführende Worte unschwer als Primus zu erkennen, bewies sich mit stilvoll schlichtem Gesang entlang der breitgefächerten Ausdrucksskala als ein überzeugender Interpret dieser affektbeladenen Musik, ohne jemals auf romantische Gefühlsebene abzugleiten.

Einförmiger und merkmalloser stand Claudia Brüggemann neben ihm, mehr der Wirkung der Musik vertrauend als der eigenen Darbietungskraft. Das Cembalo (Mark Nordstrand), brachte mit „Pass'e Mezo e Salterello“ von Giovanni Picchi und das Chitarrone (Konrad Navosak) mit zwei Tänzen von Alessandro Piccinini Beispiele weit entwickelter Instrumentalmusik zu Gehör, während die Viola da Gamba (Mechthild von Henke-Krems) sich auch mit dem „Ballo ditto il Pichi“ von Giovanni Picchi kaum aus dem Schattendasein der Begleitung befreien konnte.



Thüringer Landeszeitung schrieb am 05.10.2002

Kolloqium, Konzert und Ausflug ins „musikalische Gera“

Bad Köstritz (tlz). Mit dem 2. Teil des Kolloquiums, einer Exkursion nach Gera und einem Konzert gehen heute in Bad Köstritz die 5. Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage weiter. Sie stehen unter Regie der Ständigen Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik und werden in Verbindung mit den Heinrich-Schütz-Häusern in Weißenfels und in Dresden sowie dem Dresdner Kreuzchor veranstaltet.

Mittlerweile ist es schon eine Tradition, dass zwei Köstritzer Ensembles einen Gottesdienst im Rahmen der Schütztage musikalisch gestalten. Es sind das Ensemble Carmina e. V. unter der Leitung von Thomas Pammler und die Köstritzer Spielleute unter der Leitung von Ilse Baltzer. Sie werden ab 10 Uhr Kompositionen von Heinrich Schütz und seinen Zeitgenossen zu Gehör bringen.

Zum Kolloquium treffen sich 9.30 Uhr die Referenten und Gäste, um mit weiteren Referaten der Idee „Nationalstile im 17. Jahrhundert“ nachzuspüren. Italienische Musik wird genauso beschrieben wie die Verbindung von deutschen und italienischen Tendenzen bei den Tonschöpfern Hassler, Schütz und Gabrieli.

Nach einer Exkursion am Nachmittag, bei der das „musikalische Gera“, die Verbindung von Heinrich Schütz und Heinrich Posthumus Reuß im Mittelpunkt steht, wird am Abend ab 19.30 Uhr das Sächsische Vokalensemble unter Leitung von Matthias Jung in der Köstritzer Kirche zu hören sein. Repertoire-Schwerpunkt des Vokalensembles, das Matthias Jung 1996 gegründet hat, sind einerseits die Musik aus der Zeit zwischen Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach und andererseits Kompositionen des 20. Jahrhunderts. In Bad Köstritz werden sie einen zu Unrecht in Deutschland unbekannten französischen, Komponisten vorstellen: Guillaume de Bouzignac (um 1590 - um 1640), ein französischer Zeitgenosse des „Lumen Germaniae“. Unterschiedliche Motetten des Franzosen werden erklingen, über dessen Leben nicht viel bekannt ist. Zunächst Chorknabe in Narbonne, dann Maitre de musique in Grenoble, war er schließlich im Languedoc und dann in Tours tätig, wo Motetten von ihm überliefert sind.

Dieses Konzert ist eine Zeitreise in das von Glaubenskämpfen erschütterte Frankreich: Hugenotten contra Katholiken hieß es hier immer wieder.

Welche beeindruckende Musik in dieser Zeit entstand, bringt das Sächsische Vokalensemble an diesem Abend in der Köstritzer Kirche zu Gehör.



Ostthüringer Zeitung schrieb am 05.10.2002

Gottesdienst wird musikalisch gestaltet

Schütz-Tage: Morgen weitere Höhepunkte

Bad Köstritz (OTZ). Mit einem Gottesdienst zu Erntedank unter, dem Motto „Köstritzer musizieren Heinrich Schütz“ und einem Konzert mit dem Ensemble Jaques Moderne, Frankreich, werden am morgigen Sonntag die 5. Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage in Bad Köstritz fortgesetzt.

Mittlerweile ist es schon eine Tradition, dass zwei Köstritzer Ensembles einen Gottesdienst im Rahmen der Schütztage musikalisch gestalten. Es sind das Ensemble Carmina e. V. unter der Leitung von Thomas Pammler und die Köstritzer Spielleute unter der Leitung von Ilse Baltzer. Sie werden ab 10 Uhr Kompositionen von Heinrich Schütz und seinen Zeitgenossen zu Gehör bringen.

Am Abend, um 19.30 Uhr, ebenfalls in der Köstritzer Kirche, wird das Ensemble Jaques Moderne unter Leitung von Joel Suhubiette Kompositionen von zwei protestantischen Komponisten vorstellen: dem Franzosen Claude Le Jeune und dem Deutschen Heinrich Schütz. Das Ensemble besteht seit 1974 und hat sich ganz der Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts verschrieben. Die Musiker erwecken in ihren Konzerten immer wieder Kompositionen aus dem Dornröschenschlaf.

Das Ensemble ist häufiger Gast auf internationalen Festivals in Frankreich, Tschechien und Italien und an diesem Sonntag erstmals in Deutschland. Suhubiette, der lange Zeit Assistent von Philippe Herreweghe und im Ensemble La Chapelle Royale aktiver Sänger war, hat 1993 die künstlerische Leitung übernommen. Mit seinen CD-Einspielungen hat das Ensemble zahlreiche Preise errungen und zählt so in Frankreich zu den führenden Ensembles für Alte Musik. Die Mitglieder werden in Bad Köstritz Motetten sowie eine Messe von Claude Le Jeune zu Gehör bringen und im Anschluss Motetten aus der Geistlichen Chormusik 1648 von Heinrich Schütz vortragen.



Thüringer Landeszeitung schrieb am 28.09.2002

Verehrt, vergessen, verkannt

Von Wolfgang Hirsch (Text) Zu Lebzeiten galt er als „Saeculi sui Musicus exzellentissiums“, als der „herausragende Komponist seines Jahrhunderts“, und stellte wahrlich eine Respekt einflößende Instanz dar im deutschen Musikleben - allein schon weil er über 55 Jahre das Amt des kurfürstlichen Hofkapellmeisters in Dresden bekleidete: Henricus Sagittarius, wie er gemeinhin unterzeichnete, Heinrich Schütz. Doch bald nach seinem Tode 1672 geriet er, trotz glänzender Laufbahn, in Vergessenheit. Erst im Historismus wurde man seiner wieder gewahr, 1885 erschien eine Gesamtausgabe seiner Werke. Heute stellen wir erschrocken fest, wie wenig wir eigentlich von ihm wissen. Am 14. Oktober 1585, 100 Jahre vor Bach also, wurde Schütz wie dieser in Thüringen geboren, wuchs in seiner Heimatstadt Köstritz in angesehener und wohlhabender Familie auf. Der Vater betrieb die Erbschänke „Zum Goldenen Kranich“, braute das Bier - schwarzes natürlich - selbst und übernahm öffentliche Pflichten als Bürgermeister und Richter, bis die Familie 1590 nach Weißenfels umsiedelte. Das dortige Wohnhaus - wieder ein Gasthof - fiel 1979, in Zeiten des vorgeblich so kultursinnigen Regimes, dem Abriss zum Opfer, Schützens Geburtshaus in Köstritz hingegen blieb erhalten. Aber erst 1985, zur 400-Jahr-Feier, richtete die DDR dort eine Forschungs- und Gedenkstätte für den ungeliebten Kirchenkomponisten ein. Ob man je seine revolutionäre Bedeutung wirklich erkannt hat?

Spannende Zeitreise

Friederike Bücher hat. Trotzdem gesteht die Leiterin des Schütz-Hauses freimütig, sie habe sich während des Musikstudiums in Bochum nicht träumen lassen, später mal in barockem Ambiente zu landen. Dabei kann es etwa die Köstritzer Instrumentensammlung mit der im Bochumer Schloss Kemnade durchaus aufnehmen. Viele der tönenden Wunderwerke sind uns gänzlich unvertraut, die Besucher staunen vor Krummhörnern - „klingt ein bisschen wie Ente“ -, einem vielstimmigen Satz an Flöten, der langhalsigen Theorbe oder reichverzierten Tasteninstrumenten. Das 160 Quadratmeter große Museum lädt mit authentischen wie nachgebildeten Möbeln und Gerätschaften, Stichen und Gemälden, Noten und Schriften ein zur musikalisch-kulturhistorischen Zeitreise. Mehr als 6000 Gäste kommen inzwischen alljährlich über die Bundesstraße 7, mitunter fallen Schulklassen ein wie die Bienenschwärme. Dann probieren neugierige Hände das Funktionsmodell der Orgel aus, und Christine Haustein und ihre Kollegin, beide als Musikpädagoginnen angestellt, müssen immer wieder erklären und auf dem Cembalo vorspielen.

Spirituelle Tiefe

Für den Staub der Äonen bietet das Schütz-Haus keine Ruhestätte. Es ist ein überaus lebendiges Museum, das seine allervornehmste Aufgabe weniger im Bewahren erkennt als im Vermitteln. Ohnehin besitzt man nicht einen der wertvollen Schütz-Autographen, wohl aber viele originale Stiche von den Lebensstationen des Meisters. Das Wesen seiner Musik jedoch vermag niemand im Schauen zu entdecken. Zuhören muss man und sich versenken in die ephemere Substanz der Klänge: Dann erst mag eine Ahnung aufschimmern von der spirituellen Tiefe dieser Werke. Mehr als 50 Veranstaltungen - Konzerte, Vorträge, Ausstellungen und Kurse betreuen Friederike Böcher und ihre Köstritzer Kolleginnen pro Jahr, Höhepunkt sind regelmäßig die Heinrich-Schütz-Tage im Herbst, die gemeinsam mit Weißenfels und Dresden koordiniert und wesentlich durch die Ständige Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik gefördert werden. Nur so, in der musikalischen Praxis und aus dem Vergleich mit nahen und ferneren Zeitgenossen, wird die bahnbrechende Kunst des Komponisten deutlich.

Denn nachdem sein großer Gönner, Landgraf Moritz von Hessen, ihm ein Studium bei Giovanni Gabrieli in Venedig ermöglicht hatte, war er es, der den „concertierenden Stil“ und die Generalbass-Praxis Oberitaliens adaptierte und nach Deutschland brachte. Dabei ordnete Schütz jegliche Ornamentik dem Textverständnis seiner - protestantisch deutschen - Kirchenmusik unter, die (an)sprechende Rhetorik unterstützte er durch expressive Harmonik. Zugleich pflegte und verfeinerte er kontrapunktische Satzweisen in der Choralpolyphonie.

Mit seinen Motetten, Passionen und Trauermusiken etwa zum Begräbnis seines Landesherrn Johann Posthumus Reuß - sowie solch merkwürdigen, zugleich irisierenden und kontemplativen Vokalwerken wie seinem „Opus ultimum“, dem „Schwanengesang“, markiert Schütz einen Wendepunkt der Musikgeschichte. Inspiriert von den Musikdramen Monteverdis, verfasste er wohl auch die erste deutsche Oper „Dafne“, aus Anlass einer Fürstenhochzeit in Torgau. Aber nur das Libretto aus der Feder Martin Opitz' ist erhalten. Die Partitur ging verloren, wie fast das gesamte weltliche Schaffen des Heinrich Schütz. Nur einige Madrigale wurden überliefert.

In Köstritz, soviel ist sicher, hat er nicht eine Note geschrieben, die schlummernden Talente des Buben wurden später in Kassel und Venedig geweckt. Aber sein Geburtshaus lädt ein als moderne, liebevoll gepflegte Stätte der Muße und Begegnung: Hier, in der Heimat, verliert so für uns der berühmte, doch eigentlich unbekannte Heinrich Schütz ein wenig von seiner berückenden Fremdheit. Der Besuch lohnt sich.



Thüringer Landeszeitung schrieb am 28.09.2002

Abschlusskonzert im Herbstkurs im Saal des „Weißen Rosses“

Crossen/Köstritz. Nahezu 30 Teilnehmer des Kurses „Musik der italienischen und deutschen Hofkapellen“ präsentieren am morgigen Sonntag um 16 Uhr ihr neu erworbenes Können im Saal des Crossener „Weißen Rosses“ beim Abschlusskonzert. Die Musiker kamen am Mittwoch aus ganz Deutschland und der Schweiz zusammen, um Alte Musik aus der Zeit von Heinrich Schütz, seinen Zeitgenossen und Schülern zu musizieren.

In diesem Jahr konnten erneut Martin Krumbiegel als Dozent für den Gesang, Sebastian Krause für Posaune alter Mensur, Markus Märkl für das Continuo und wieder einmal Ulrike Titze für (Barock-)Violine gewonnen werden. Musiziert wird solistisch in kleinen Kammerensembles oder in mehrchöriger Aufstellung.



Ostthüringer Zeitung schrieb am 26.09.2002

Flötenkinder mit Schütz-Werken

Gera (OTZ/eba). Die Köstritzer Flötenkinder Jenny Graap Karen Winter, Christin Mehlhorn und Maria Schenke gaben unter Leitung von Friederike Böcher gestern zur Medienmesse auf historischen Instrumenten eine kleine musikalische Einlage.

Gespielt wurden Stücke von Schütz, Steuerlein und Gastold. Damit stellten sie zugleich Ansschnitte des Programms vor, das sie am Reformationstag im Palais-Festsaal Köstritz aufführen werden.

Sie erzählen dann über Heinrich Schütz, den ersten deutschen Komponisten von internationaler Bedeutung und größten Sohn ihrer Stadt, und spielen seine Musik und die seiner Zeitgenossen. Bis dahin werden die Flötenkinder noch einige Proben zu absolvieren haben, damit ihre Zuhörer ein schönes Erlebnis haben.



Ostthüringer Zeitung schrieb am 24.09.2002

Schütz-Tage werden eröffnet

Weißenfels/Michaelstein (epd). Mit über 20 Veranstaltungen wird im Rahmen der diesjährigen Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Musiktage ab Freitag an den bedeutenden Barockkomponisten erinnert. Bis 8. Oktober seien an den früheren Wirkungsstätten von Schütz in Bad Köstritz, Weißenfels und Dresden Konzerte, Fachtagungen sowie eine Sonderausstellung geplant, teilte der Förderverein „Ständige Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik“ als Veranstalter gestern in Michaelstein (Harz) mit. In Bad Köstritz finden Veranstaltungen zwischen dem 3. bis 8. Oktober statt. Die länderübergreifende Programmreihe findet seit 1998 zum fünften Mal statt.


Ostthüringer Zeitung schrieb am 24.09.2002

Köstritz im Blickpunkt der Mitteldeutschen Schütztage

Kolloquium, Konzert, Ausstellung und Umzug

Bad Köstritz (OTZ/eba). Ausstellungseröffnung, Festgottesdienst, Konzerte, Kolloquium und Festumzug - damit ist in kürzester Form das umfangreiche Programm zu den 5. Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tagen vom 3. bis 8. Oktober in Bad Köstritz umrissen. Dresden und Weißenfels, die weiteren Wirkungsstätten des ersten deutschen Komponisten von internationaler Bedeutung, laden zeitgleich vom 27. bis 29. September bzw. 1. Oktober zu ihren Schütz-Tagen ein.

Schwerpunkt in diesem Jahr ist Köstritz, so Schütz-Haus-Direktorin Friederike Böcher. Weil das wissenschaftliche Kolloquium zum zentralen Thema „Nationalstile im 17. Jahrhundert, Kulturaustausch an europäischen Residenzen“ hier stattfindet. So werden sich alle Referate mit der Idee der Nationalstile im 17. Jahrhundert beschäftigen. Silke Leopold aus Heidelberg, Vorsitzende der Schütz-Akademie e. V., wird die Regie führen. Sie hatte vor zwei, drei Jahren die Idee dafür.

Konzerte mit dem Rosenmüller-Ensemble, I Filomusi, dem Sächsischen Vokalensemble und besonders dem Ensemble Jacques Moderne aus Tours werden dieses Thema auch musikalisch beleuchten. Mit Spannung wird besonders das Konzert der Gäste aus Frankreich am 6. Oktober um 19.30 Uhr in der Köstritzer Kirche erwartet. Sie werden Claude Le Jeune und Heinrich Schütz in ihrer Interpretation vorstellen.

Höhepunkt der Schütz-Tage in Bad Köstritz ist wie in jedem Jahr der abendliche Festumzug am 8. Oktober, dem Geburtstag von Heinrich Schütz, in historischen Kostümen, mit viel Musik und im Fackelschein durch die Stadt. Damit gedenkt Köstritz seines wohl größten Sohnes, den Zeitgenossen liebevoll „Lumen Germaneae“, das Licht Deutschlands, nannten. Für diesen festlichen Umzug werden traditionsgemäß Laternen von den jüngsten Köstritzern gebastelt. Denn die schönste soll wieder gekürt werden, noch vor dem Abschlusskonzert im Palais-Festsaal um 19.30 Uhr.

Eröffnet werden die Heinrich-Schütz-Tage am 3. Oktober um 18 Uhr mit einer Ausstellung unter dem Titel „1618 cluster 1648“. Der junge Dresdner Künstler Til Ansgar Baumhauer zeigt seine Versionen in Collagen und Schichtungen zu Schütz-Kompositionen.



Ostthüringer Zeitung 23.09.2002

Funkelndes Juwel der Barockmusik

Händels „Serenata a tre voci Aci, Galatea e Polifemo“ in Gera

Mindestens fünf Gründe lockten am Sonnabend das Publikum, den Geraer Konzertsaal zu füllen. Die hoch gelobte Batzdorfer Hofkapelle, die brillante Akustik des Saals, ein ganz selten zu hörendes Juwel der Barockmusik, drei wunderbare Sänger sowie als optische Attraktion obendrein das Puppentheaterensemble des Theaters Altenburg-Gera.

„Aci, Galatea e Polifemo, Serenata a tre voci“, vom 24-jährigen Händel 1708 in Neapel komponiert. Premiere für die gemeinsame Produktion von Theater und Hofkapelle war im Frühsommer in Meißen, im Sommer gastierte sie erfolgreich bei verschiedenen Festspielen, nun die einmalige Gelegenheit das kleine Werk in Gera zu hören und in Augenschein zu nehmen.

Wenn es ein Ensemble vermag, ein musikalisches Juwel so richtig zum Funkeln zu bringen, dann die Batzdorfer Musiker und Christine Wolf (Aci), Ulrike Bartsch (Galatea) und Gregor Finke (Polifemo). Die Musik erzählt mit federhafter Leichtigkeit und unüberhörbarem Humor, wie der Schäfer Aci sein Herz an eine Meernymphe verliert, die von einem Zyklopen begehrt wird. Gerät der Sterbliche in die Geschicke der Unsterblichen, ist ihm der Tod gewiss. Aber was für ein zauberhafter Tod, wenn Händel das Verlöschen der zärtlichen Seele in Töne setzt!

Mit dem musikalischen Zauber können die Geraer Marionetten jedoch nicht Schritt halten. Was vielleicht schon in der Natur der Marionette liegt. Jan Hofmann (Ausstattung) stellt sie als Prototypen der Figuren auf die Bühne, Ingrid Fischer (Inszenierung) wiederum lässt sie von den Spielern Peter Riese, Marcella von Jan und Jochen Haferburg meist als Sänger führen. Nur einmal, als Aci den fröhlichen, freien Vogel beneidet, erreicht das Spiel die Leichtigkeit der Musik. A. Bohn



Ostthüringer Zeitung schrieb am 14.09.2002

Kurs für Alte Musik in Köstritz

Bad Köstritz (OTZ). Vom 25. bis 29. September lädt das Heinrich-Schütz-Haus in Bad Köstritz wieder zum traditionellen Kurs für Alte Musik im „Weißen Roß“ in Crossen ein. Unter Anleitung von Experten steht diesmal „Deutsche und italienische Musik der Hofkapellen und Kantoreien des 16./17. Jahrhunderts“ im Mittelpunkt. Interessierte können sich speziell mit den Themen Gesang/Kammerchor, der Posaune alter Mensur/Bläserensemble, dem Contionuo-Spiel und der Barock-Violine beschäftigen. Am Sonntag, dem 29. September geben die Kursteilnehmer ein Abschlusskonzert. Für den Workshop stehen noch einige freie Plätze zur Verfügung. Interessenten melden sich im Schütz-Haus unter Tel. 03660/2405 oder schauen ins Internet: www.Heinrich-Schuetz-Haus.de.


Thüringer Landeszeitung schrieb am 12.09.2002

Schütz-Tage in Bad Köstritz

Bad Köstritz (dpa). Mit zahlreichen Veranstaltungen werden vom 3. bis 8. Oktober in Bad Köstritz die 5. Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage gefeiert. Die Stadt ist Schwerpunkt der Schütz-Tage, die am 27. September in Dresden und Weißenfels beginnen. Schütz, der am 8. Oktober 1585 im damaligen Köstritz geboren wurde, gilt heute als einer der bedeutendsten deutschen Barockkomponisten. Wie die amtierende Direktorin des Heinrich-Schütz-Hauses, Friederike Böcher, sagte, sind neben Konzerten ein Symposium sowie eine Ausstellung geplant. Aus Anlass des Geburtstages gibt es einen Festumzug durch Bad Köstritz, das auch als Stadt der Dahlien bekannt ist. Geplant ist, 2005 eine Dahlie nach dem größten Sohn der Stadt zu benennen.


Ostthüringer Zeitung schrieb am 12.09.2002

Elsterthal-Boten-Suche

Von Erika Baumann

Eine Suchaktion haben Heinrich-Schütz-Haus und Kulturamt Köstritz gemeinsam mit dem Geraer Stadtarchiv und dem Territorialkundearchiv der Stadt- und Regionalbibliothek Gera gestartet. Objekt der „Begierde“ ist der alte Elsterthal-Bote, das Amtsblatt für Köstritz und die umliegenden Orte, das ab 1879 erschienen ist.

Zwar befinden sich im Territorialkundearchiv einige der alten Jahrgänge, die älteste Nummer dort datiert aus dem Jahre 1881, doch außer diesem wertvollen Fundus konnten bisher keine weitere Exemplare aufgetrieben werden. Trotz intensiver Recherchen und Suchanfragen in Stadt-, Kreis- und Staatsarchiven in einschlägigen Zeitschriften-Datenbanken in Bremen und Berlin und weiteren Universitätsbibliotheken. Immer gab's nur Negativmeldungen.

Deshalb wenden sich alle vier Beteiligten an Köstritzer und Bürger der Umgebung, die vielleicht noch im Besitz ganzer Jahrgänge oder auch nur einzelner Elsthertal-Boten (bis 1927 erschienen) sind, über die man als Schenkung oder Leihgabe gern verfügen möchte. Gemeinsames Ziel ist es, den Bestand des Territorialkundearchivs und des Stadtarchivs zu vervollständigen und den „Boten“ dann auf Microfilm, später auf CD-Rom digital für die zu bannen, die Interessantes von damals aus dem Amtsblatt erfahren möchten. Denn die noch vorhandenen Exemplare sind mittlerweile vom Gebrauch arg in Mitleidenschaft gezogen. Schütz-Haus, Kulturamt, Stadtarchiv und -bibliothek sind schon gespannt auf viel positive Reaktion.



Ostthüringer Zeitung schrieb am 12.09.2002

Wochenende der Barockoper wartet mit zwei Neuerungen auf

Veranstaltungs-Marathon im Herbst im Köstritzer Schütz-Haus

Bad Köstritz (eba). Einen solchen Veranstaltungs-Marathon im September und Oktober hat das Köstritzer Heinrich-Schütz-Haus sobald nicht gesehen:

Erst Benefizkonzert für Dresden und der Tag des Offenen Denkmals, dann Ende September der Kurs für alte Musik sowie die 5. Mitteldeutschen Schütz-Tage Anfang Oktober und zwischendrin am 20. und 21. September noch das große Wochenende der Barock-Oper, zählt Schütz-Haus-Direktorin Friederike Böcher auf. Die geballte Ladung musikalischer Kunstgenüsse sei schon verrückt, doch man tue es sich's gern an, obwohl man bei aller Organisation auf die beiden ABM-Kräfte verzichten müsse, deren Job nicht verlängert wurde. Die fehlten jetzt so sehr.

Das Barock-Oper-Wochenende wird in Zusammenarbeit mit der Ständigen Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik, der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, der Theater Altenburg-Gera GmbH und der Batzdorfer Hofkapelle organisiert: Zwei Dinge sind neu. Einmal, das zwei Opern aufgeführt werden, die ihre Premiere im April bzw. vor gut drei Wochen hatten - die italienische Fassung der Händel-Oper „Aci, Galatea e Polifemo“ als Puppenspiel am 21.9. um 19.30 Uhr im Geraer Konzertsaal und zum anderen die Haase/Sarri-Oper „L'Impresario delle Canae“ am 22.9. um 15.30 Uhr im „Weißen Roß“. Zweites Novum: Das Opernwochenende ist diesmal mit der Weiterbildung für Lehrer und Musikinteressierte unter Leitung von Prof. Dr. Silke Leopold aus Heidelberg verbunden. Im Mittelpunkt der Veranstaltung wird eine Einführung in Entstehung und Geschichte der Barockoper mit zahlreichen Klang- und Notenbeispielen stehen. Erste Anmeldungen von Lehrern hat das Schütz-Haus dafür bereits entgegen genommen, weitere können sich noch anmelden.



Thüringer Landeszeitung schrieb am 02.09.2002

10 000 feiern rund um die Dahlien

24. Traditionsfest / Jubiläumsschau mit Rekordbeteiligung

Bad Köstritz (eba). Mit dem 24. Dahlienfest machte Köstritz seinem Ruf als heimliche deutsche Hauptstadt der Dahlie wieder alle Ehre.

Das verdeutlichen nicht nur die rund 10 000 Besucher, darunter Gäste aus den Partnerstädten Bad Arolsen und Bitburg, sondern genauso die attraktiven Veranstaltungen an allen drei Tagen. Verbunden war das Fest rund um die schöne Mexikanerin mit einem Jubiläum, der 10. Auflage der Gewerbeschau, die der Köstritzer Unternehmerverein seit fünf Jahren in Regie hat.

Festlich war der Auftakt des Dahlienfestes mit der Krönung der nunmehr 13. Dahlienkönigin Peggy Podsiadly im wunderschönen Ambiente des Palais-Festsaals. Weitere Höhepunkte des vielgestaltigen Wochenendes waren das Jugendkonzert mit den Revival-Bands Udo Lindenberg & Herbert Grönemeyer im Festzelt, die Eröffnung der Ausstellungen „Köstritzer Dahlienköniginnen“ und „Keramik zum Dahlienfest“ im Heinrich-Schütz-Haus, der Dahlienball und die spannende Auswertung der Wahl der schönsten Dahlie. Die heißt in diesem Jahr „Akita“. 613 Köstritzer und Besucher beteiligten sich am schon traditionellen Wettbewerb, für den Dirk Panzer, Inhaber der Gartenbaufirma Paul Panzer, von seinen 170 Sorten im Anbau 128 im Gewerbezelt ausgestellt hatte. Darunter befanden sich drei neue Sorten und eine Dahlie mit dem (noch) profanen Namen „Sämling Nummer 9“. Die soll noch in diesem Jahr ihre Taufe erleben.

Anziehungspunkte waren vor allem Programme für die ganze Familie und spezielle Kinderveranstaltungen, bei denen Unterhaltung und gute Laune im Vordergrund standen. Eine farbenprächtige Zunft- und Händlerstraße sowie Schausteller mit ihren Angeboten lockten die Besucher in Scharen zum Gucken, Kaufen und Mitmacher. Köstritzer und Vereine der Umgebung präsentierten sich, darunter Pferdefreunde aus Caaschwitz mit Voligier-Vorführungen, der Breitentaler Musikverein, der Köstritzer Tanz- und Gymnastikverein sowie die Köstritzer Rassekaninchenzüchter u.a. mit einem Streichelzoo.

Station machte MDR Thüringen auf seiner Tour durch den Freistaat. So mancher testete sein Moderationstalent vor laufender Kamera.



Allgemeiner Anzeiger schrieb am 28.08.2002

Königinnen sind Präsent

Blick zurück mit einer „Ahnengalerie“

Bad Köstritz (AA/slt). 13 Mal wurden bisher Dahlienköniginnen in Bad Köstritz gewählt. Ihre Aufgaben sind mit den Jahren immer umfangreicher geworden. Und auch ihre Wahrnehmung in der Öffentlichkeit hat sich stark gewandelt. Das wird jeder nachvollziehen können, der die neue Ausstellung über die Köstritzer Dahlienköniginnen besucht. Sie wird am kommenden Sonnabend, den 31. August, um 14 Uhr in der Galerie des Heinrich-Schütz-Hauses eröffnet.

Deutlich wird der Wandel in der Kleidung der Auserwählten: Trugen die ersten Dahlienköniginnen zu ihren Auftritten ihre eigene Garderobe, so lieh man ab 1995 (erstmals für Andrea Schmid) ein Kleid im Theater-Fundus aus. Seit dem Jahr 2000 (Diana Reitmeyer) wird für die Dahlienkönigin ein extra Gewand geschneidert, dass sie nach ihrer Amtszeit als Erinnerung behalten darf.

Jeder der bisher zwölf amtierenden Königinnen (die 13. wird am Freitag gekrönt) ist ein Teil der Ausstellung gewidmet.

Doch auch über andere Themen wird Auskunft gegeben. So zeigt die Schau wie andernorts Blumenfeste gefeiert werden. Und sie informiert darüber, wie die Dahlie dereinst überhaupt nach Bad Köstritz kam. Denn ohne die alten Züchter könnte heute kein Dahlienfest gefeiert und keine Königin gekrönt werden.



Allgemeiner Anzeiger schrieb am 28.08.2002

Die Formen stimmen

Familie Wittich stellt im Schütz-Haus aus

Bad Köstritz (AA/slt). Traditionell wird zum Dahlienfest im Heinrich-Schütz-Haus eine Keramik-Ausstellung eröffnet. In diesem Jahr sind - nicht zum ersten Mal - das Mutter-Sohn-Gespann Ulli Wittich-Großkurth und Lorenz Wittich zu Gast. Sie stellen ihre bekannte und beliebte hellblaue Keramik mit blauen Röschen aus. Zu sehen sind aber auch dunkle Vasen und Schalen mit metallischer Glasur und dunkelblaue Kerzenständer und Dosen. Die Arbeiten der Keramik-Dynastie sind sehr formschön, erklärt Museumsleiterin Friederike Böcher den Entschluss, die Wittichs abermals ins Schütz-Haus einzuladen. Bisher seien die Arbeiten der beiden immer auf große Resonanz gestoßen. Das sei aber auch nicht verwunderlich: „Die Formen stimmen einfach bei den beiden.“ Die Keramik gelte als sehr handlich und gut benutzbar im Alltag. Die Ausstellung ist in die Daueraustellung des Hauses integriert. Und natürlich kann man die Gebrauchskeramik der Jenenser nicht nur ansehen, sondern auch kaufen. Die Ausstellung wird am 31. August, um 14 Uhr mit Musik und Sekt eröffnet und ist bis zum 8. September zu sehen.


Elstertalbote schrieb am 15.08.2002

Alles neu macht der Mai

Zum Internationalen Museumstag in das Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz

Als das Heinrich-Schütz-Haus 1985 im internationalen Jahr der Musik im Rahmen der Bach- Händel-Schütz-Ehrung innerhalb eines 3/4 Jahres „aus dem Boden gestampft“ wurde, entstand hier ein Museum ohne Archiv, ohne Sammlung oder eigene Exponate. Die Ausstellung zu Leben und Werk von Heinrich Schütz sowie seinem zeitlichen Umfeld wurde mit Druckfaksimiles, Modellen, einigen wenigen Ankäufen und Leihgaben aus Nachbarmuseen, insbesondere dem Musikinstrumenten-Museum Leipzig bestückt. Nach und nach kaufte man in den folgenden Jahren hauseigene Instrumente - Nachbauten des 17. Jahrhunderts - an, baute nach und nach eine Bibliothek mit Büchern und Noten zu Heinrich Schütz und dem 17. Jahrhundert auf, sammelte alle verfügbaren Klangaufzeichnungen mit Kompositionen von Heinrich Schütz und seiner Zeit und seit einigen Jahren sind wir bestrebt eine Aufsatz- und Material-Sammlung zu „unserem Hausherren“ anzulegen.

2001 und 2002 haben wir mit Hilfe des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Thüringen, der Schütz-Akademie e. V. und den Mitteln des Hauses Originalstiche - zum großen Teil die Vorlagen für unsere Druckfaksimiles - ankaufen können. Städteansichten von Matthäus Merian d. Ä, von Braun und Hogenberg mit Ansichten von Städten, die mit Heinrich Schütz in Verbindung stehen: So sein Geburtsort Bad Köstritz, seine Jugend verbrachte er in Weißenfels, als Hofkapellknabe besuchte er das Collegium Mauritianum in Kassel, er studierte bei Giovanni Gabrieli in Venedig, war Kapellmeister von Haus aus für den Hof in Wolfenbüttel, Zeitz und Kopenhagen, besuchte Jakob Praetorius in Hamburg, gestaltete den Eröffnungsgottesdienst des Kurfürstentages in Mühlhausen musikalisch aus, komponierte für die Fürstenhochzeit in Torgau die „Dafne“.

Besonders eindrucksvoll ist dabei die Stadtansicht von Kassel aus der Vogelperspektive. Hier kann man neben dem Schloss, das Mauritianum und deren Platz erkennen für den Landgraf Moritz seine Kartelle, seine „Choreographien“ für Festumzüge, entwarf. Damit gewinnt unsere Ausstellung an Ausdruckskraft und lässt uns die Zeit von Heinrich Schütz in Kassel noch viel besser dokumentieren. Aber nicht nur Städteansichten konnten wir ankaufen, sondern auch Porträts von Persönlichkeiten aus dem Umfeld von Heinrich Schütz.

Dazu gehörten in Dresden Kurfürst Johann Georg I. und II., sein „Entdecker“ Landgraf Moritz von Hessen, einige wenige Musikerkollegen, seine literarischen Freunde August Buchner, Martin Opitz, Paul Fleming und Caspar Ziegler, seine Gönner Herzog August von Braunschweig-Wolfenbüttel und seine Frau Elisabeth, - sie war übrigens eine Schülerin von Heinrich Schütz.

Besonders gut können wir jetzt - und dies wird Eingang finden in unsere Dauerausstellung - den Kurfürstentag in Mühlhausen dokumentieren. Für den Eröffnungsgottesdienst hatte Heinrich Schütz als prominentester anwesender Musiker die Aufgabe, das Eingangsstück zu komponieren, das wie immer bei diesen „Arbeitstreffen“ die Aufgabe hatte, an den Frieden zu gemahnen. Schütz komponierte das zweichörige Werk „Da pacem Domine - Vivat Moguntinus“. Dabei singt der eine Chor den Text „Da pacem Domine - Verleih uns Frieden gnädiglich Herr Gott zu unsern Zeiten“ - und der zweite Chor begrüßt die zum Gottesdienst in die Kirche einziehenden Kurfürsten mit „Vivat Moguntinus -es lebe der Kurfürst von Mainz, Vivat Trevirensis - es lebe der Kurfürst von Trier, Vivat Colloniensis - es leben der Kurfürst von Köln...“ usw.

Auch wenn sich einige Kurfürsten von ihren Abgesandten vertreten ließen, so können wir jetzt Bild, Text und Musik in eine wunderbare Einheit bringen, die unseren Besuchern fortan viel anschaulicher dieses Treffen vor Augen und Ohren führt.

Zum internationalen Museumstag am 12. Mai konnten wir im Schütz-Haus eine Ausstellung mit den neuen Ankäufen eröffnen, wobei in fast 50 Bilderrahmen annähernd 100 dieser Ankäufe der letzten Jahre zu sehen waren.

Zur Ausstellungseröffnung haben wir mit einem kleinen Cembalokonzert auch unser bereits im letzten Jahr angekauftes Cembalo aus der Leipziger Werkstatt von Martin Schwabe unseren Besuchern vorgestellt und in der Dauerausstellung zum 50jährigen Jubiläum der Goldschmiedewerkstatt von Hans-Michael Böttcher aus Gera „Neues Design im alten Haus“ gezeigt.


Ein ereignisreicher Tag im Geburtshaus von Heinrich Schütz, der uns lange in Erinnerung bleiben wird.

Friederike Böcher M.A.


Allgemeiner Anzeiger schrieb am 14.08.2002

Publikumsstimme entschied die Wahl zur Dahlienkönigin

Peggy I. heißt die Neue

Bad Köstritz (AA/Th.Tr.).
Die künftige Dahlienkönigin von Bad Köstritz heißt: Peggy I. Sie wird nach der Krönung am 30. August im Saal des Palais Nadine I. ablösen und dann als 13. in der Reihe beim traditionellen Dahlienfest ihres Amtes walten.

Mehr Köstritzer denn je kamen dieses Mal schon zur Wahl und nahmen in ihrer Stimmung regen Anteil an den schweren Prüfungen. So hatten die drei Kandidatinnen Katja Grötzner (feierte am Freitag zugleich ihren 18. Geburtstag), Antje Weiß (23) und Peggy Podsiadly (28) nicht nur ihr kleines Interview zu bestehen, sondern mussten in Quodlibets versteckte Lieder herausfinden und Kurzfragen zur Geschichte beantworten. Neu hinzu kam ein Tast-Test. In schwarzen Stoffsäcken steckten Gegenstände, die sinnbildlich mit Geschichte und Alltag der Stadt verbunden sind. Zwar versicherte Friederike Böcher, die Leiterin des Heinrich-Schütz-Hauses und Mitglied des Köstritzer Kulturvereins, sie habe im Fehlertext dieses Mal alle Jahreszahlen korrekt verwendet. Dafür waren aber dann mehr Tücken enthalten als je zuvor. Allein 22 Unstimmigkeiten, von falschen Vornamen bis bewußt auf Parallelität angelegte Verdrehungen, mussten die Kandidatinnen herausfinden.

Hintersinnig mochte dabei die neue Auslegung des Images als „Stadt der drei B“ gedacht sein. In Böcherscher Auslegung war es Synonym für Bier, Blumen und Barockmusik. (Um B wie den Bad-Status ist es in der letzten Zeit verdächtig ruhig geworden in der kleinen Stadt an der Elster.)

Möglicherweise heimste die spätere Siegerin die meisten Sympathien damit ein, dass sie souverän alle Dahlien aus dem von den Gärtnermeistern Panzer vorbereiteten Gesteck erkannte. Jedenfalls gewann sie die Wahl bei Unentschieden der Jury mit der Stimme des Publikums.

Mit Peggy Podsiadly ist wieder einmal eine Steuerfachassistentin die neue Königin. Die im Hobby aktive Leichtathletin hatte eine Woche zuvor als Zweite der Thüringenmeisterschaft im Marathonlauf ihrer Altersklasse Ausdauer und Zielstrebigkeit bewiesen. Anlauf auf den Königintitel hatte die gebürtige Köstritzerin beinahe schon einmal genommen, vor Jahren ... als noch Sylke Trebst das Amt begleitete.



Ostthüringer Zeitung schrieb am 12.08.2002

Peggy Podsiadly gewinnt die Wahl zur Dahlienkönigin

Jury unentschieden - doch klare Entscheidung des Publikums

Bad Köstritz (OTZ/-um-).
Peggy Podsiadly ist die neue Köstritzer Dahlienkönigin. Die 28-Jährige ging am Freitag Abend als Siegerin aus einem zweistündigen Wahlmarathon hervor. Mit der Steuerberatungsassistentin hatten sich die Schülerin Katja Grötzner und die Sekretärin Antje Weiß um die Krone beworben.

Ein Zufall hatte geholfen, dass Peggy Podsiadly sich überhaupt für die Wahl beworben hat. Auf dem Weg zum Brauereifest hatte sie einen Strauß Blumen in der Hand. Einer Frau war sie so aufgefallen, dass diese sagte, Peggy sehe aus wie die künftige Dahlienkönigin. „Ich hatte aber schon immer geliebäugelt, mich zu bewerben“, gestand die spätere Siegerin.

Die Besucher im bis auf den letzten Platz besetzten Festsaal des Palais erlebten einen spannenden Wettbewerb. Die drei Bewerberinnen mussten in den Fragerunden solides Wissen rund um Bad Köstritz und die Dahlien ins Feld führen. Seit wann in Bad Köstritz Bier gebraut wird, wer die Dahlie in die Stadt gebracht hat und welche Beziehungen es zu den Reußen gibt - die Fragerunden bildeten einen bunten Exkurs durch die Stadtgeschichte. Heimatwissen war auch gefragt, um 22 Fehler zu enttarnen, die Friederike Bücher vom Heinrich-Schütz-Haus in eine eigens für die Wahl der diesjährigen Dahlienkönigin erdachte Geschichte gemogelt hatte; wobei sich unterschwellig sogar ein 23. Fehler eingeschlichen hatte: im Köstritzer Mischgetränk „Volt“ ist nicht schwarzes, sondern helles Bier dem Vodka-Aroma beigemischt. Die Köstritzer Flötenkinder verlangten den Kandidatinnen obendrein musikalische Kenntnisse ab.

Nach fast zwei Stunden zog sich die Jury zurück, um ihre Wahl zu treffen. Die sechs Juroren konnten sich aber nicht entscheiden. Je drei Stimmen erhielten Peggy Podsiadly und Katja Grötzner, die an diesem Tag ihren 18. Geburtstag feierte. Das Schicksal der künftigen Dahlienkönigin lag damit in den Händen des Publikums, und das hatte recht eindeutig festgelegt: 64 Stimmen für Peggy Podsiadly, 43 für Katja Grötzner und neun für Antje Weiß. Die Zuschauer im Saal hatten sich offenbar beeindruckt davon gezeigt, wie sicher die spätere Siegerin bei der Bestimmung der Dahlien war, in der Lügengeschichte hatte sie fast alle Fehler gefunden und in der Punktewertung lag sie ebenfalls vorn.

Zu den ersten Gratulanten zählte die amtierende Dahlienkönigin Nadine Prüfer. Sie wird am 30. August die Krone an Peggy Podsiadly weitergeben. Ihrer Nachfolgerin wünschte sie viel Glück für das Amt. „Alles mitnehmen und Beziehungen knüpfen“, so ihr Rat.



Ostthüringer Zeitung schrieb am 10.07.2002

Im Schützhaus: Mit Cervantes durch Spanien, Italien und Nordafrika

Bad Köstritz (OTZ) Am Samstag, dem 13. Juli, um 15.30 Uhr kann man sich im Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz auf eine musikalische Abenteuerreise mit Miguel de Cervantes durch Spanien, Italien und Nordafrika begeben. Das Ensemble „Passo e Mezzo“ wird die musikalisch-kundige Führung unternehmen. Unter dem Motto „O dulce y triste memoria“ musizieren Laura Frey, Viola da Gamba, Janice Santos, Cembalo, Organetto, Drehleier, Guillauma Chastel, Schlagzeug und Rainer Luckhardt, Laute, Theorbe, Renaissance-Gitarre, Kompositionen von Juan del Ensina, Girolamo Kapsberger, Diego Ortiz oder Antonio de Cabezon.

Miguel de Cervantes (1547-1616) lebte in einer Zeit des Umbruchs. Das Mittelalter war zu Ende, das Neue war noch nicht klar strukturiert, und zwischen Altem und Neuem gab es heftige Konflikte um die Vorherrschaft. In dieser Zeit politischer und religiöser Wirren, in der das Individuum Mensch seines Lebens niemals sicher war, traten in ganz Europa Personen auf den Plan, die das Leben und Denken - und damit die Kultur des Kontinents - entscheidend beeinflussten und stärker als alle Politiker zusammen verändert haben: Luther, Kopernikus, Galilei, Montaigne, Shakespeare und eben auch Cervantes.

Zeitlebens kämpfte Cervantes gegen sein widriges Geschick an, das ihm mehr Tiefen als Höhen zugedacht hatte. Er resignierte und zerbrach nicht an den zahlreichen Unglücken, die ihm zugestoßen waren. Vielmehr ging er aus all den Schicksalsschlägen gestärkt hervor, ohne dass ihm dabei sein Humor und die Liebe zu den einfachen Menschen, auf deren Seite er immer zu finden war, abhanden gekommen wäre.

Mit dem Programm möchte das Heinrich-Schütz-Haus das Publikum einladen, Cervantes auf einigen wichtigen Stationen seines abenteuerlichen Lebens zu begleiten.

Eingebettet in die Musik seiner Zeit, in der Mittelalterisches noch nicht verschwunden und Barockes bereits sehr lebendig war, begleiten die Zuhörer ihn in seine Jugend, ins Exil nach Rom, in die spanische Armee, in die Sklaverei nach Algier und hören zuletzt sein Vermächtnis, abgegeben drei Tage vor seinem Tod.



Ostthüringer Zeitung schrieb am 27.06.2002

Kurs zur Chormusik des 19. Jahrhunderts

Crossen (OTZ) Zum ersten Mal treffen sich vom 28. bis 30. Juni Sängerinnen und Sänger aus ganz Deutschland im „Weißen Roß“ in Crossen, um unter Leitung von Martin Krumbiegel aus Leipzig Chormusik des 19. Jahrhunderts zu erarbeiten.

Martin Krumbiegel, regelmäßiger Gast der Schütz-Akademie e. V. und des Bad Köstritzer Heinrich-Schütz-Hauses zum Frühjahrskurs mit vokaler Musik um 1600 und dem Herbstkurs mit vokaler und instrumentaler Musik der deutschen und italienische Hofkapellen, ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ tätig. Hier hält er Vorlesungen und Seminare im Fach Musikgeschichte. Als Sänger und Dirigent war er an zahlreichen Konzerten und Produktionen im In- und Ausland beteiligt und leitet seit 1993 den Leipziger Oratorienchor.

Mit diesen Kurs huldigen die Veranstalter, die Schütz-Akademie e. V. und das Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz, der Zeit, in der der berühmteste Sohn von Bad Köstritz wieder entdeckt wurde - der Romantik.

Auf dem Programm des Kurses stehen unter anderem Kompositionen von Johannes Brahms und Felix Mendelssohn Bartholdy.

Zum Abschlusskonzert am Sonntag, dem 30. Juni, 17 Uhr sind alle Interessenten herzlich eingeladen in den Saal des „Weißen Roß“ in Crossen/Elster.



Allgemeiner Anzeiger am Sonntag schrieb am 23.06.2002

Landschaften von Dietzsch

Bad Köstritz (aa) In der Schütz-Haus-Galerie ist seit 15. Juni die Ausstellung „Landschaften“ zu sehen. Gezeigt werden bis Mitte August Arbeiten von Eberhard Dietzsch, der jährlich mit einer Ausstellung zu wechselnden Themen in der Schütz-Haus-Galerie vertreten ist. Immer ziehen seine Ansichten den Betrachter in den Bann, in einer Mischung aus Detailfreudigkeit oder großer Gesamtschau basierend auf einer genauen Beobachtungsgabe.


Ostthüringer Zeitung schrieb am 15.06.2002

Landschaften von Dietzsch

Bad Köstritz (OTZ) Arbeiten des Geraer Eberhard Dietzsch sind ab heute im Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz zu sehen. Mit den Werken entführt der Künstler die Besucher in seine ganz eigenwilligen „Landschaften“. Dahinter verbergen sich auch charakteristische Porträts, expressive Stilleben, humorvoll-spitze Cartoons und Gebrauchsgrafik. Die Arbeiten des Malers, Grafikers und Cartoonisten wurden bereits in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland, darunter in den USA gezeigt.

Die Exposition in Bad Köstritz ist bis Mitte August dienstags bis freitags von 10.00 bis 17.00 Uhr, an dem Wochenenden von 13.00 bis 17.00 Uhr zu besichtigen.



Mitteldeutsche Zeitung schrieb am 14.06.2002

Meister blickt zufrieden in den Saal

Weißenfels/MZ/mütau. Jung und Alt, vom Kleinkind bis zu Großeltern, drängte sich im Saal des Weißenfelser Heinrich-Schütz-Hauses, um die Köstritzer Spielleute auf „allerley Instrumenten“ spielen und dazu singen zu hören.

Um das Portrait des großen Meisters geschart, in stilechten, selbst entworfenen schwarz-silbernen Renaissance-Kostümen, boten sie ein Bild wie aus einem Holzschnitt des 16. Jahrhunderts. Vor ihnen lagen und standen eine Fülle von Instrumenten, die dem größten Teil des Publikums bekannt waren. Um so gespannter war man, sie klingend zu erleben.

Elf Musikanten zählt das Ensemble, sieben Damen und vier Herren, zum größten Teil Dilettanten in des Wortes edelster Bedeutung als Liebhaber der Kunst. Aus Jena, Gera, Chemnitz, Berlin, Köstritz und Umgebung kommend, treffen sie sich einmal monatlich zum Üben und Erarbeitung neuer Programme. Die Leitung liegt in den Händen der Musikwissenschaftlerin Ilse Baltzer, die die Werke zusammengestellt und für die Instrumente des Ensembles bearbeitet, deren Verwendung austauschbar ist und auch durch Singstimmen ergänzt und bereichert werden können. Das war in der Zeit der Renaissance und des Frühbarock eine durchaus übliche musikalische Praxis.

Während des fast zweistündigen Programms wurde auf der großen Palette der Blockflöten von der Sopran-Alt-, Tenor- und Bass- bis zur über zwei Meter hohen Subbassflöte musiziert. Es gab die Familie der Dulziane und das Rankett, Vorformen des Fagottes mit schnarrendem Ton und die mild klingenden Gemshörner. Der erste geistliche Teil enthielt, zusammengehalten von zwei- bis sechsstimmigen Variationen über „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ von Michael Praetorius (1571-1621), vor allem Kompositionen von Heinrich Schütz, instrumental und vokal dargeboten, ein- und mehrchörig, mit seiner unnachahmlichen musikalischen Textausdeutung.

Der zweite Teil war weltlichen Werken vorbehalten, in denen die ungewohnten Klänge der Dulziane dem Flötenchor neue Fülle verliehen. In einer Gavotte Praetorius' entzückte der überaus weiche, sanfte Ton der elf Gemshörner. Es wechselten instrumentale Tänze mit vielstimmigen gesungenen und begleiteten heiteren Liedern. Nach dem besinnlichen „Hinunter ist der Sonne Schein“ (Melchior Vulpius 1570-1615) brillierte das Ensemble mit einem mitreißenden „Lirum bililirum“ (um 1500), einem echten „Rausschmeißer“, der das Publikum zu begeistertem Beifall herausforderte. Hinter den sich dankend verbeugenden Musikanten blickte Meister Heinrich Schütz zufrieden und anerkennend in den Saal.



Ostthüringer Zeitung schrieb am 14.06.2002

„Landschaften“ in der Schütz-Galerie

Bad Köstritz (OTZ) Zur Ausstellungseröffnung lädt das Schütz-Haus Köstritz morgen um 15.30 Uhr in die Schütz-Haus-Galerie ein. Bis Mitte August werden „Landschaften“ des Geraer Malers und Grafikers Eberhard Dietzsch zu sehen sein.

Im Heinrich-Schütz-Haus, dessen Dauerausstellung und Druckerzeugnisse er als „Haus- und Hofgrafiker“ betreute und betreut, ist Eberhard Dietzsch jährlich mit einer Ausstellung mit wechselnden Themen zu sehen. Nach Musiker- und Literaten-Porträts im letzten Jahr führt er die Besucher nun in „seine“ Landschaften. Immer ziehen seine Bilder den Betrachter in den Bann, basierend auf einer genauen Beobachtungsgabe in einer Mischung aus Detailfreudigkeit oder großer Gesamtschau.



Ostthüringer Zeitung schrieb am 13.05.2002

Kupferstiche und Cembalo mit Landesmitteln gekauft

Bad Köstritz (OTZ/eig). Porträts von Zeitgenossen des Musikers Heinrich Schütz (1585 - 1672) und Stadtansichten jener Orte, in denen er wirkte, zeigt seit gestern die neue Ausstellung in der Treppenhausgalerie des Schütz-Geburtshauses.

Diese originalen Kupferstiche, die fast ausschließlich aus dem 17. Jahrhundert stammen, konnte die Forschungs- und Gedenkstätte voriges und dieses Jahr ankaufen. So wurde mit insgesamt 12000 Euro ein Grundstock für eine Sammlung gelegt, der sich das Haus weiter widmen will. „Von Heinrich selbst werden wir sicher kein Original kriegen“, sagte Direktorin Friederike Böcher. Doch verfügt das Haus von den zwei bekannten Stichen und dem einen Farbporträt über Kopien. Ebenso sind einige der jetzt erworbenen Originale bereits als Faksimiledrucke in die neue Dauerausstellung integriert.

Die Hälfte der Ankaufmittel kommt vom Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, nachdem der Museumsverband Thüringen das Sammelprojekt des Hauses unterstützt hatte.

Mit weit mehr als der Hälfte des über 20000 Mark teuren Instrumentes ermöglichte das Ministerium auch den Ankauf eines Cembalo-Nachbaus aus der Leipziger Werkstatt Martin Schwabe im vorigen Jahr. Im Vergleich zum vorhandenen Nachbau von 1985 sei der Klang filigraner geworden, schätzt Frau Böcher ein. Außerdem ist die Klaviatur verschiebbar, so dass einen Halbton tiefer bzw. höher gespielt werden kann.

Ebenfalls bis 25. Juni zeigt das Schütz-Haus Goldschmiedearbeiten des Geraers Hans-Michael Böttcher in Form außergewöhnlicher Schmuckstücke. Zu Schütz lasse sich insofern ein Bogen schlagen, weil dessen Brötchengeber auch Schmuck in ihren Kunstkammern bewahrten, so die Schmuckliebhaberin Böcher.



Ostthüringer Zeitung schrieb am 27.04.2002

Cembalo-Konzert und zwei neue Ausstellungen

Bad Köstritz (OTZ). Nach dem bunten Programm für kleine und große Besucher am Vormittag stehen am Nachmittag des Internationalen Museumstages am 12. Mai im Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz Neuerwerbungen und zwei Ausstellungseröffnungen auf dem Programm. Um 15.30 Uhr stellt Bernhard Gillitzer in einem Konzert das neue Cembalo vor und lädt ein zu einer musikalischen Zeitreise von Heinrich Schütz bis Georg Benda. In die Zeitreise eingebettet geht es zum einen um die Ausstellung von Goldschmiedearbeiten aus der Werkstatt von Hans Michael Böttcher aus Gera unter dem Titel „Neues Design im alten Haus“. Dessen Familienbetrieb feiert in zweiter Generation am 15. Mai sein 50-jähriges Bestehen. Die Schau der kostbaren Gegenstände aus Gold und Silber wird am 12. Mai in die Dauerausstellung über Leben und Wirken von Heinrich Schütz integriert. Denn seine „Brötchengeber“ hatten eine gemeinsame Leidenschaft: Sie sammelten Wertvolles oder Kurioses für ihr „Kuriosenkabinett“ - Muscheln, Perlen, Glas, Porzellan, Versteinerungen...

Die zweite Ausstellung zeigt Ankäufe des Schütz-Hauses aus den letzten beiden Jahren. Mit Fördermitteln konnte ein Bestand an originalen Kupferstichen des 16. und 17. Jahrhunderts angekauft werden, die dem Museum zu einem bescheidenen Fundus verhelfen. Zu bewundern sind Stadtansichten von Dresden, Venedig, Kassel, Marburg, Hamburg und weiteren Wirkungsstätten von Schütz. Dazu gesellen sich Porträts von Martin Opitz, Landgraf Moritz von Hessen, von Kurfürsten und Musikerkollegen.



Ostthüringer Zeitung schrieb am 06.04.2002

Köstritzer Spatzen

Die Neugründung der „Köstritzer Spatzen“ findet am Donnerstag, dem 11. April, um 14.30 Uhr statt. Kindergarten- und Grundschulkinder sind ins Schütz-Haus eingeladen, unter Leitung von Karla Hupfer zum Singen, zum Spielen mit Orff-Instrumentarium und zum Bewegen zur Musik. Damit sollen die instrumentalen Köstritzer Flötenkinder wieder ihr vokales Gegenüber bekommen und auch gemeinsam wollen beide wieder zu Hausmusiken, zur Musikmeile oder zum Weihnachtskonzert aktiv werden.

Karla Hupfer leitet den Kirchenchor in Rüdersdorf und zahlreiche Musikfreizeiten für kleine und große Musiker. Sie ist ausgebildete Kirchenmusikerin mit B-Examen, hat einen Abschluss als Musiktherapeutin und absolviert eine Ausbildung zur Tanztherapeutin.



Alte Musik Aktuell schrieb in der Ausgabe 4/2002

Köstritzer Hefte

Das Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz hat im letzten Jahr begonnen, eine Notenreihe unter dem Titel „Köstritzer Hefte“ herauszugeben. Hier werden unveröffentlichte Motetten, Kantaten, Instrumentalsätze und größer besetzte Kompositionen insbesondere des 16. und 17. Jahrhunderts erscheinen. Teilweise entstanden und entstehen die Ausgaben aus Projekten mit Universitäten und Archiven, teilweise aus den Vorbereitungen zu Konzerten. Erschienen sind bislang folgende Ausgaben: KH 2 J.Th.Roemhildt. Kantate zum 3.Advent „Bleibe fromm und halte dich recht: KH 3 J.Th.Roemhildt. Kantate zum Osterfest „ So hat Jesu nun gesiegt?“: KH 4 J.Th.Roemhildt. Kantate zum Pfingstfest „Ich werde dich trösten“ KH 6 G.H.Stoelzel. Kantate zum Michaelisfest „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat“: KH 7 J.Theile. Kantate „Die Seele Christe heilige mich“: KH 9 J.Berger. Fünf Chorsätze für gemischten Chor a-capella: KH 10 G.H.Stoelzel. Kantate zum 9.Sonntag nach Trinitatis „Wer sich lässt dünken, erstehe“.


Musik und Kirche schrieb in der Ausgabe 2/2002

Köstritzer Hefte

Mit acht Heften hat die Schütz-Akademie im Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz begonnen, unter dem Titel Köstritzer Hefte eine Reihe mit Kantaten und Chormusik mitteldeutscher Komponisten herauszugeben. Unter den ersten Ausgaben befinden sich Werke von Johann Theodor Roemhildt, Gottfried Heinrich Stöltzel, Johann Theile und Jean Berger. Weitere Informationen: Heinrich-Schütz-Haus, Heinrich-Schütz-Str. 1, 07586 Bad Köstritz, Tel.: 036605 / 2405, Internet: www.Heinrich-Schuetz-Haus.de.


Ostthüringer Zeitung schrieb am 26.02.2002

Nächstes im Blick

Die neuesten Botschaften aus dem Köstritzer Schütz-Haus dürften nicht nur Kenner von Alter Musik und Schütz-Fans interessieren. Obwohl die Ausstellung mit Porträts und Landschaften der Jenaer Künstlerin Gerlinde-Böhnisch-Metzmacher gerade erst in der Schütz-Haus-Galerie eröffnet wurde, laufen schon die Vorbereitungen für die nächste Schau auf vollen Touren. Porträts von Zeitgenossen des großen Köstritzer Sohnes und Städteansichten - Stätten seines Wirkens - sollen am Internationalen Museumstag am 12. Mai präsentiert werden. Alles neue Werke, die das Haus in den zwei Jahren ankaufte. Dazu gibt's einen kleinen musikalischen Leckerbissen. Offiziell wird an diesem Tag mit einem kleinem Konzert das neue Cembalo eingeweiht, und obendrein soll ein tolles Kinderprogramm die Jüngsten ins Schütz-Geburtshaus locken.

Bei alledem hat Museumspädagogin Christine Haustein gekonnt die Hand im Spiel. „Wir freuen uns, dass sie nun bei uns eine Festanstellung erhielt“, lobt Direktorin Friederike Böcher Einsatz und Eifer der jungen Frau. Das museumspädagogische Feld könne wieder voll beackert werden. Und was besonders die Arbeit mit Kindern betrifft, sei noch einiges zu erwarten, stellt die Direktorin in Aussicht. Sogar die Knirpse vom Bummi-Kindergarten erlebten das Schütz-Haus beim Basteln. (Erika Baumann)



Thüringer Landeszeitung schrieb am 25.02.2002

Landschaften und Porträts

„Es gibt so viel Schönes, man muss es nur sehen“: Gerlinde-Böhnisch-Metzmacher ist ein optimistischer, lebensbejahender und humorvoller Mensch. Das bestätigt ihr Mann Gerd Böhnisch, der sie schließlich seit 1956 kennt. Und das strahlt vor allem aus den fast 50 Bildern der Jenaer Künstlerin, die seit Samstag im Bad Köstritzer Heinrich-Schütz-Haus zu sehen sind. „Porträts und Landschaften“ heißt die Ausstellung, die bis zum Internationalen Museumstag am 12. Mai gezeigt wird.

Pastell-Landschaften und solche in Öl aus ihrer Jenaer Umgebung finden sich da, Arbeiten in Graphit, Farbstift und Kreide, die mit viel Liebe zum Detail z.B. das Holzland nahe bringen. Neben liebevoll-verschmitzten Miniaturen unter anderem des Pantomimen Harald Seime werfen farbkräftige andere Bilder humorvolle Blicke auf Typen wie vier Seebären in Warnemünde oder den Fleischermeister, der schon äußerlich seinem Berufsstand alle Ehre macht.

Bei „Bratwurstpaule“ meint man den Duft der Roster zu riechen, lobte Schüzhaus-Direktorin Friederike Böcher eingangs nicht zu Unrecht. Und auf der Rückseite der „Marktfrau mit Blumenkohl“ hat die Malerin als Scherz die Kundenfrage notiert, ob es denn deutscher oder holländischer Kohl sei. Nebst der Gegenfrage, ob die Dame den Kohl essen oder mit ihm reden wolle...

Die 65-Jährige, Absolventin der Fachschule für Angewandte Kunst in Heiligendamm und seit 1961 freischaffende Grafikerin und Malerin, ist in ihrem breit gefächerten Schaffen - von Gebrauchsgrafik über freie Grafik und Malerei bis zu plastischen Arbeiten und Kopien - seit langem mit dem Schützhaus verbunden. Von ihr stammt das Logo der Schütz-Akademie e. V., der Esel mit dem Dudelsack. Sie fertigte eine Kopie des Posthumus-Porträts für die Dauerausstellung und bemalte auch den Deckel des Clavichordes nach einem Stammbuchblatt.

Die Jenaerin kann auf zahlreiche Personalausstellungen in ganz Deutschland verweisen. Ihre Arbeiten waren aber auch schon auf Expositionen in Paris, Neu-Delhi und Abu Dhabi vertreten. Jetzt darf man sich in Bad Köstritz erfreuen. (J.K.)



Thüringer Landeszeitung schrieb am 16.02.2002

Ein Wochenende der Barockoper

Mit dem Kurs für Kammerchor und vokalsolistische Ensembles vom 28. Februar bis 3. März unter dem Titel „Europäische Vokalmusik um 1600“ im „Weißen Roß“ Crossen eröffnet das Köstritzer Heinrich-Schütz-Haus sein umfangreiches Konzertprogramm 2002.

In bewährter Weise führt der Leipziger Dozent Martin Krumbiegel Studenten, Kirchenmusiker, Musikpädagogen und interessierte Laien zusammen, um Liedsätze zu erarbeiten. 35 Teilnehmer aus ganz Deutschland hätten sich schon für den Kurs gemeldet - mehr geht nicht, den letzten Bewerbern musste man leider absagen, kommentiert Schütz-Haus-Direktorin Friederike Böcher den großen Zuspruch. Der Höhepunkt dürfte die Aufnahme einer 16-stimmigen Praetorius-Komposition für vier Chöre auf CD sein, die dann für die Vierkanal-Tontechnik in der neuen Ausstellung eingespielt wird. Zum Abschlußkonzert wird am 3. März im Crossener „Weißen Roß“ eingeladen.

Der europäische Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch die Konzerte. Musikalisch präsentiert werden sollen die Beziehungen von Schütz zu europäischen Ländern, besonders zu Frankreich und Italien. Wie kann es anders sein: Europa ist auch Thema des Kolloquiums „Nationalstile im 17.Jahrhundert“ während der 5. Mitteldeutschen Heinrich-Schütz-Tage vom 3. bis 8. Oktober in Bad Köstritz. Nachgegangen werden soll den Fragen, ob es Nationalstile gab und wenn ja, wie sie sich gegenseitig beeinflusst haben.

Ein besonderes Erlebnis neben den Schütz-Tagen dürfte am 21./22. September ein „Wochenende der Barockoper“ mit der Batzdorfer Hofkapelle sein. Aufgeführt werden eine Hasse- und eine Händel-Oper im Konzertsaal des Geraer Theaters bzw. im Schloss Crossen. Möglich werden diese musikalischen Leckerbissen durch die Unterstützung der Ständigen Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik, des Thüringer Instituts für Lehrerfortbildung, der Sparkassenstiftung und Puppenspielern des Geraer Theaters.

Druckfrisch im Schütz-Haus liegt die Notenreihe von Kompositionen, meist Kantaten, von Römhild, Stolze und Theile vor, die in Zusammenarbeit mit der Universität Bochum und Musikern entstand, die in Köstritz und Umgebung gastierten. Das Outfit ist natürlich Grün als der Farbe des Hauses. (eba)