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Wochenende der Barockmusik

 

Claudio Monteverdi und die Gegenreformation – zum 450. Geburtstag des Italieners

 

Dozentin: Prof. Dr. Silke Leopold, Heidelberg

Freitag, 10. - Sonntag, 12. November 2017

Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz

 

Zeitplanung
Freitag, 10. November 2017

Konzert
Kirche St. Leonhard Bad Köstritz
Auf der Suche nach dem himmlischen Jerusalem 
– Il Combattimento – 
Claudio Monteverdi zum 450. Geburtstag
Karolina Brachman – Sopran
Johannes Weiss – Tenor
Tobias Maethger – Tenor
Batzdorfer Hofkapelle

 

Samstag, 11. November 2017

Seminar
9.30 - 17.00 Uhr

 

Sonntag, 12. November 2017

Seminar
9.30 - 14.00 Uhr


 

Monteverdi und die Gegenreformation

In diesem Jahr feiert das protestantische Deutschland Martin Luthers Reformation und die religiösen, gesellschaftlichen und politischen Umwälzungen, die er damit auslöste. Auch die katholische Kirche reagierte auf diese Herausforderungen und berief in den Jahren zwischen 1545 und 1563 in Trient ein Konzil ein, um über Reformen zu debattieren. Diese Reformen, die in eine ganz andere Richtung gingen als die lutherische Reformation, wurden im 18. Jahrhundert im protestantischen Deutschland „Gegenreformation“ genannt.

Claudio Monteverdi, vier Jahre nach dem Ende des Konzils geboren, wuchs im direkten Umfeld dieser katholischen Reform auf. Zeit seines Lebens hat er sich damit auseinandergesetzt, in seiner geistlichen, aber auch in seiner weltlichen Musik. Im Jubiläumsjahr der Reformation und im Gedenkjahr aus Anlass des 450. Geburtstags von Monteverdi bietet es sich an, den italienischen Komponisten auf seine Gedanken zur Religion zu befragen und wie man diese in der Musik unterbringen kann. Dabei werden die Oper L’Orfeo, die Marienvesper und der Combattimento di Tancredi e Clorinda im Mittelpunkt stehen, aber auch Madrigale und Motetten „zu Wort“ kommen.

 

Silke LeopoldSilke Leopold, 1948 in Hamburg geboren, studierte Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Romanistik und Literaturwissenschaft in Hamburg und Rom, wo sie nach der Promotion drei Jahre als Forschungsstipendiatin des Deutschen Historischen Instituts arbeitete. Als Assistentin von Carl Dahlhaus lehrte sie an der TU Berlin, außerdem von 1985 - 1986 an der Harvard University und 1988 an der Universität Regensburg. 1987 habilitierte sie sich an der TU Berlin. Von 1991 - 1996 war sie Ordinaria für Musikwissenschaft an der Universität/Gesamthochschule Paderborn und der Musikhochschule Detmold, von 1996 – 2014 war sie Ordinaria und Direktorin des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Heidelberg.

Ihre Veröffentlichungen umfassen ein breites Spektrum der Musikgeschichte vom 15. bis ins 20. Jahrhundert, mit einem Forschungsschwerpunkt im Bereich der italienischen Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts. Ihre Monteverdi-Monographie (1982) erschien 1991 auch in englischer Sprache. Ihre zweibändige Habilitationsschrift unter dem Titel Al modo d'Orfeo. Dichtung und Musik im italienischen Sologesang des frühen 17. Jahrhunderts wurde 1995 veröffentlicht. Weitere Buchveröffentlichungen sind das gemeinsam mit Robert Maschka verfasste Who's who in der Oper (1997) sowie der Symposiumsbericht Claudio Monteverdi und die Folgen (1998). 1999 erschien im Metzler-Verlag der von ihr konzipierte und gemeinsam mit Ullrich Scheideler herausgegebene Oratorien-Führer. In der Reihe „Handbuch der musikalischen Gattungen“ erschien 2004 ihr Band „Die Oper im 17. Jahrhundert“.

 

Silke Leopold, Dent-Medal-Preisträgerin 1986, war von 2001 - 2007 Prorektorin der Universität Heidelberg. Sie ist Corresponding Member der American Musicological Society, Mitglied im Beirat des Deutschen Historischen Instituts in Rom, Mitglied in der Akademie für Mozartforschung der Stiftung Mozarteum Salzburg, Ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie Sprecherin der Kommission Musikwissenschaftliche Editionen der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften.
Sie ist Gründungsmitglied und Vorsitzende der Schütz-Akademie e.V., dem Förderverein des Heinrich-Schütz-Hauses.